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Amateurfunk DL2AU

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Dokumentation zum Amateurfunkgerät KENWOOD TR-9000 & TRIO TR-9000G

Dieses Funkgerät kann man zurecht als einen der Dinosaurier, als das Urgestein bezeichnen.
Dieser TRX ist extrem solide und kompakt gebaut. Er besticht durch einfache Bedienfunktionen und hoher Verarbeitungsqualität. Es ist auch heute noch ein Genuss den VFO-Knopf zu drehen und die Präzision der Mechanik in den Fingern zu spüren.
Das Gerät wurde mit verschiedenen Bezeichnungen angeboten, die hier nun nachfolgend erläutert werden. Die Entwicklung und die ersten Geräte kamen vom Hersteller "TRIO". Er war es, der den Siegeszug dieses kompakten Allmode-Transceivers einläutete. Nachdem TRIO von KENWOOD übernommen wurde, verschwand auch die Herstellerbezeichnung von den Geräten und wurde durch den KENWOOD Schriftzug ersetzt.

Gerätehersteller TRIO:

  • TR-9000G - 10 Watt - 2m      - Allmode - Der Ur-Transceiver aus dieser Serie
  • TR-9030G - 25 Watt - 2m      - Allmode - Die leistungsstärkere Variante
  • TR-9300    - 10 Watt - 6m      - Allmode
  • TR-9500G  - 10 Watt - 70cm - Allmode

Nach der Übernahme durch KENWOOD gab es folgende Geräte:

  • TR-9000     - 10 Watt - 2m    - Allmode - Der Nachfolger des TR-9000G
  • TR-9130     - 25 Watt - 2m    - Allmode - Die leistungsstärkere Variante
  • TR-9300     - 10 Watt - 6m    - Allmode
  • TR-9500     - 10 Watt - 70cm - Allmode

Gebraucht wird dieser Transceiver, vorzugsweise der TR-9000, hin und wieder angeboten. Selten sind die Geräte mit technischen Defekten behaftet sondern "glänzen" eher durch Abnutzungserscheinungen im Frontbereich und bei den Gehäuseschalen. Auf dem japanischen Gebrauchtmarkt sind auch die anderen Modelle erhältlich, allerdings überwiegend von gewerblichen Händlern. Da EBAY in Japan seit 2004 nicht mehr existiert, verkaufen die Japaner überwiegend über die Plattformen YAHOO oder MERCARI. Vereinzelte Japanische Händler bringen ihre Angebote auch in EBAY.com unter, mehr aber auch nicht. Natürlich ist der japanische Markt eine wahre Goldgrube für alte Geräte, denn dort wurden sie ja auch produziert, doch die Preise für alte Transceiver, unabhängig vom Hersteller, sind teilweise exorbitant hoch und für uns Europäer in keinster Weise verständlich.

Der TR-9000 hatte auch ein interessantes Zubehör, dass ihn vom mobilen zum stationären Einsatzbereich erweitern lies.

  • KENWOOD PS-20 Netzteil
  • KENWOOD SP-120 Stationslautsprecher
  • KENWOOD BO-9 Basis auf dem der TRX steht. Eine sogenannte System Base, ein Untersatz für den TRX als Höhenausgleich zum PS-20/SP-120
  • KENWOOD MC-46 taucht hin und wieder in Verbindung zum TR-9000 auf. Das mitgelieferte Original Mikrofon hat keine Bezeichnung
  • Wer mehrere Geräte der 9000er Serie hatte konnte diese in der TRIO Station Console HR9 einbauen - sehr selten zu bekommen - Link

Informationen aus dem WEB zum TR-9000:


Ich habe unter TR-9000 Reparatur der Frequenzanzeige einen kurzen Beitrag verfasst der hier aufgerufen werden kann. Dieses Gerät hatte ich von einem Deutschen Händler gekauft, der in EBAY Gebrauchtgeräte verkauft. Der Defekt war die Frequenzanzeige, wohl zu aufwendig für eine Reparatur. Leider war es nicht der einzige Mangel. Der Rufton des Gerätes funktioniert auch nicht. Diesen habe ich noch nicht repariert, denn die Relais werden heutzutage nicht mehr mit dem alten Rufton aufgetastet. Also ist die Reparatur da auch nicht zwingend erforderlich.

Mikrofonbuchse des TR-9000 - Draufsicht



Den TR-9000G (TRIO), die Geräteserie mit der alles begann, fand ich bei einem japanischen Händler. Nachfolgend beide Geräte im Vergleich. Der TR-9000G von TRIO und der TR-9000 von KENWOOD.



Im direkten Vergleich sind die Unterschiede zwischen dem Ur-Transceiver TRIO TR-9000G (oberes Funkgerät) und dem KENWOOD TR-9000 (unteres Funkgerät) deutlicher sichtbar. Nicht zu erkennen ist die Tatsache, dass der 9000G einen Ein/Aus-Druckschalter hat, während der 9000 einen Ein/Aus-Drehschalter besitzt. Die Beschaltung der 6poligen Mikrofonbuchse ist bei beiden Geräten gleich. Das Mikrofon des G-Modells war defekt, so das ich zum Testen das Mikrofon des 9000er nahm und es sich somit bestätigte, dass beide Geräte die gleiche Mikrofonbelegung haben.
Wer im Netz nach der Betriebsanleitung bzw. dem Service Manual des TR-9000G sucht wird es schwer haben. Wenn, dann sind diese Anleitungen die ich bisher gesehen habe alle in japanisch verfasst. Mein japanisch ist etwas eingerostet (dicker Augenzwinker) aber viele der Tasten bzw. deren Funktionen sind bekannt, nur sind sie nicht an der gleichen Position wie beim Vergleichsmodell. Es kann also letztendlich die Betreibsanleitung für den TR-9000 zu Rate gezogen werden, wenn ab Seite 8 der Deutschen Anleitung nach den Funktionen der Tasten gesucht wird.

Trotzdem gibt es grundsätzliche Unterschiede. An der Stelle an der der TR-9000 die Relaisumschlaltung hat (unterhalb des Tone Knopfs), ist bei G-Model ein HI/LOW Druckschalter von 10 Watt auf unter 1 Watt. Einen Relaisschalter hat der TR-9000G nicht. Auch die Schrittweite der des VFO-Knopfes ist unterschiedlich. Nachfolgend in Klammer die Daten des TR-9000 im Vergleich zum TR-9000G.

  • Schalterstellung FM1 - 20kHz Schrittweite (TR-9000 - 25kHz Schrittweite)
  • Schalterstellung FM2 - 10kHz Schrittweite (TR-9000 - 100Hz Schrittweite)
  • Schalterstellung FM2 mit gedrücktem DS-Schalter - 1kHz Schrittweite (TR-9000 - 12,5kHz Schrittweite mit gedrücktem D.STEP Schalter)

Der TR-9000G wurde seinerzeit nicht für den Europäischen Markt konzipiert. Durch die Übernahme von KENWOOD änderte sich das.

Die technische Daten des 9000G sind dann etwas anders als die des 9000er.

  • RX 143.900,0 - 148.999,9 MHz. Ob es sich hierbei um den Auslieferungsstatus oder eine Modifikation handelt, ist mir nicht bekannt.
  • TX 144.000,0 - 146.000,0 MHz

Während der TRIO 9000G einen größeren Empfangsbereich (RX) als den Sendebereich (TX) hat, ist der Empfangs- und Sendebereich beim KENWOOD TR-9000 von 144.000,0 - 146.000,0 MHz identisch.
Wie bereits erwähnt, sind die gebrauchten Geräte eher optisch unschön als technisch defekt. Das defekte Mikrofon lässt sich reparieren, doch der TRX wird so gut es geht zerlegt, Kontakte und die Frontseite gereinigt sowie die Gehäuseschalen neu lackiert. Arbeit die noch ansteht.

TR-9000G ohne Bedienknöpfe/ -taster und Frontplatte.



Das Reinigen der Teile, sowie das Überprüfen der Kontakte umfasst mehrere Stunden. Die SCAN/HOLD Tasten waren früher gräulich heute haben sie sich durch den Alterungsprozess farblich eher Richtung Ocker verändert. Leichte Kratzgeräusche an den Potis wurden beseitigt. Im Laufe der Jahre lassen sich Blankstellen auf der Frontplatte nicht vermeiden. Das Gerät selbst kommt aus einem Nichtraucherhaushalt. Das ist viel Wert, denn richtig gereinigt bekommt man "Rauchergeräte" nur selten. Man erkennt sie durch gelbe Stellen an den Tasten und Knöpfe auf dem Bild und natürlich durch die Nase wenn man das Gerät in den Händen hält. Ich hatte erst Anfang des Jahres mich für einen TS-450 S interessiert. Der Verkäufer sagte mir, dass er nicht rauche aber seine Frau schon. Sie ist aber selbst nicht Funkamateurin und das Gerät hatte einen gelben Schleier. Seltsam, lieber Abstand davon nehmen was ich auch tat.

Beim Zusammenbau des TRIO 9000G stellte ich fest, dass die RIT-LED nicht leuchtet. Die RIT-Funktion ist in Ordnung, nur die LED dafür ist defekt. Mit diesem kleinen Mangel kann man leben, zumal die Reparatur ein gefrickel ist.

Die Lackierung der beiden Gehäuseschalen ist sehr gut gelungen und die Schrauben wurden ebenfalls im gleichen Lack lackiert. Der Aufstellbügel fehlt. Ein Teil was bei diesem TRX gerne verloren geht, da der Bügel nur in zwei Haltevorrichtungen der Gehäuseunterschale gesteckt wird aber nicht mit einem fest montierten Klappmechanismus mit der Schale verbunden ist. Bei anderen Geräten späterer Generationen wurde dieser Herstellungsmangel beseitigt. Ein TS-120 hat z.B. einen fest montierten Aufstellbügel.





Weitere wichtig Erklärungen.
Der TRIO 9000G war der Ur-TRX allerdrings ohne Relaisablage um über VHF-Relais Funkbetrieb zu machen. Warum war das so? Die Lösung ist ganz einfach. Bis heute gibt es keine VHF-Relais in Japan. Der Relais- bzw. Repeaterbetrieb findet erst ab UHF und höher statt (Bandplan). Da TRIO damals nicht die große Dominanz auf dem Amateurfunksektor hatte und die Geräte überwiegend für den Japanischen Markt gebaut wurden, hatten die VHF-Geräte keinen Schalter für die Relaisablage. Erst durch die Übernahme von KENWOOD änderte sich das, da KENWOOD den internationalen Markt im Visier hatte und da wurden VHF-Transceiver mit Relaisablage angeboten. Aus diesem Grund sieht man auch bei den beiden Geräten (oberes Bild) die TRIO-Version für Japan und die KENWOOD-Version für den internationalen Amateurfunkhandel.
Den TRIO TR-9500G (70cm) gab es in der Anfangszeit ohne Relaisablage. Erst als die ersten Relais in Japan entstanden, wurde dieser TRX auch mit Relaisfunktion angeboten. So gibt es dieses Gerät mit gleicher Bezeichnung in zwei verschiedenen Ausführungen.

Inzwischen wurde ein zweites Mikrofon aus Japan geliefert. Beim defekten Mikrofon (600 Ohm) ist die Mikrofonkapsel hinüber. Das zweite Mike ist in Ordnung und ein TRIO MC-40 (500 Ohm). Das passt auch wunderbar zum JAPAN-TRX. Dieses Mikrofon ist in Europa wohl weitgehend unbekannt. Selbst RIGPIX hat es nicht aufgeführt. Der TRIO 9000G ist nun fertig und wandert in die Vitrine.

Bericht Ende April 2025

Fortsetzung März 2026

Unter Sammlern ist die TRIO Console HR-9 sehr begehrt. Sie beinhaltet drei verschiedene Geräte. Laut meinem Kenntnisstand hat KENWOOD, nach der Übernahme von TRIO, diese Stationskonsole nicht weiter produziert. Sie wurde auch nur in vermutlich geringen Stückzahlen hergestellt und überwiegend im asiatischen Raum angeboten. Hier mein Bericht.









 






































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