Dokumentation zum Amateurfunkgerät KENWOOD TS-700
Der KENWOOD TS-700 ist ein 2m Funkgerät das in EBAY hin und wieder angeboten wird.
Der TRX wurde inkl. eines Mikrofons als gebraucht gekauft. Das Mikrofon war kein KENWOOD Mikrofon sondern ein selten erhältliches MONARCH Mikrofon. Der Mikrofonstecker passte nicht zum Transceiver, so dass angenommen werden kann, dass der Verkäufer das Mikrofon übrig hatte und es als Gesamtpaket veräußerte. Der Stecker der Mikrofons war ein 3poliger Klinkenstrecker während der Anschluss des TS-700 eine klassische 4polige Mikrofonbuchse ist.

Diese Aufnahme zeigt das Gerät nach den diversen Arbeiten. Leider sind ein paar Schatten auf der Aufnahme. Wenn ich einmal Zeit habe, fotografiere ich das Gerät am besten bei Tageslicht und nicht im Büro - sorry.
Weiterer Lieferumfang, der zum Betrieb benötigt wird, wie ein Stromversorgungskabel und ein 9poliger Stecker, der in die auf der Rückseite befindliche VOX-Buchse eingesteckt werden kann, fehlten. Dieser VOX-Stecker wird nicht unbedingt benötigt. Es genügt, dass PIN 8 und 9 mit einer Drahtbrücke miteinander verbunden werden. Möchte man das Funkgerät allerdings im originalen Auslieferzustand restaurieren, wird dieser Stecker benötigt.
Auf der amerikanischen EBAY-Seite fand ich diesen Stecker und das Stromversorgungskabel wurde aus Italien versendet.
Bisherige Kostenaufstellung:
- Ankauf des KENWOOD TS-700 für 102,00 EURO
- VOX Stecker ca. 55,00 EURO (USA)
- Stromversorgungskabel 49,00 EURO (ITALIEN)
Die Weitere Vorgehensweise war wie folgt:
- Inbetriebnahme
- Empfangs- und Sendetests durchführen
- Zerlegung und Reinigung
- Ankauf eines Original KENWOOD Mikrofons
Gerade zu Punkt vier, dem originalen Mikrofon, gibt es folgendes zu erwähnen. Das damalige Mikrofon bei der Auslieferung war ein Handmikrofon Typ KENWOOD MC-10.
Dieses Mikrofon wird selten angeboten und es wird einige Zeit dauern, bis das passende Mike gefunden wird. Für Tests kann jederzeit ein anderes Mikrofon verwendet werden.
Es wird laut dem KENWOOD-Gerätekatalog aus dieser Zeit auch das Standmikrofon MC-50 an dieser Station betrieben. Das Standmikrofon wird öfters als das erwähnte Handmikrofon angeboten.
Der KENWOOD TS-700 wurde laut Rigpix von 1974 bis ca. 1975 gefertigt.
Folgende Geräte dieser Reihe wurden produziert:
- TS-700 von 1974 bis 1975
- TS-700 A (Herstellungszeitraum nicht bekannt)
- TS-700 G von 1976 bis 1977
- TS-700 G II (Herstellungszeitraum nicht bekannt)
- TS-700 S von 1977 bis 1978
- Die Modelle mit der Bezeichnung „A“ statt „G“ oder „S“ waren für den amerikanischen/asiatischen Markt.
- Die Modelle TS-700 und TS-700G hatten eine analoge Frequenzanzeige während das Modell TS-700S eine digitale Frequenzanzeige hatte.
- TS-700 SP fand ich bei der Internetrecherche. Ein Gerätetyp der mir bis dato noch nicht bekannt war. Hier das Instruction Manual
- Das gleiche Gehäuse, allerdings mit anderer Technik, hatte der TS-600 der für das 6m-Band (10Watt) konzipiert war.
Die damaligen Verkaufspreise waren wie folgt:
- Der TS-700 kostete laut Richter&Co Katalog aus Hannover von 1975 (2.375,00 DM / 1.214,32 EURO)
- Der TS-700 G kostete laut Richter&Co Katalog aus Hannover von 1976 (2.260,00 DM / 1.155,52 EURO)
- Der damalige Verkaufspreis des TS-700 S ist mir derzeit nicht bekannt. Er dürfte allerdings in ähnlicher Größenordnung wie die beiden anderen Geräte liegen.
Lieferbares Zubehör ist hier Mangelware. Einzig ein 2-m-Bandpassfilter, Typ KENWOOD BPF-2, war seinerzeit erhältlich. Vielmehr brauchte man auch nicht. Erst beim Modell 700S gab es zusätzlich einen externen Lautsprecher Typ SP-70, sowie ein externer VFO mit der Modellbezeichnung VFO 700S.
Der externe Lautsprecher kann auch bei den anderen Modellen betrieben werden, da die Bauform der 700er Geräteserie sich nicht in der Größe änderte. Somit kann der Lautsprecher auch beim TS-700 als Zusatzlautsprecher eingesetzt werden. Eine weitere Option um die Station optisch wie auch technisch aufzuwerten.
Das Gerät hatte diverse Fehler die nachfolgend erklärt werden.
Kein TX trotz des VOX-Steckers. Augenscheinlich waren keine durchgebrannten Bauteile zu finden. Die Platinen wurden mehrfach mit entsprechenden Reinigungsmitteln gereinigt, so dass dadurch wieder die Kontakte gesäubert wurden und der Sendeausfall zunächst nicht mehr auftrat. Die mehrfache Reinigung der Potis sorgte dafür, dass alle Bedienelemente wieder kratzfrei arbeiteten.
Immer wieder trat unerwartet ein Sendeausfall auf. Letztendlich war es ein Kontaktproblem der Schraube, die auf der Achse des Final-Reglers mit dem Gehäuse nicht richtig verbunden war. Fehler wurde behoben.
Das Gerät wurde immer wieder ein- und ausgeschaltet. Über ein Messgerät, an dem dann ein Dummy angeschlossen war, wurde überprüft, ob der TRX die volle, in der Anleitung angegebene, Sendeleistung bringt. Mit den Reglern „Final“ und „Drive“ konnte die Leistung angepasst werden. Wenn man kein externes Messgerät zur Hand hat, dann erkennt man das auch am S-Meter. Verändert man die Stellungen der genannten Regler, so fällt oder steigt die S-Meteranzeige wenn der Schalter „SEND“ nach oben betätigt wird.
Sämtliche Schalter sind intakt. Alles Potis funktionieren. Die Beleuchtung des S-Meters wurde erneuert. Die Beleuchtungen „SEND“ und „RIT“ funktionieren. Die Beleuchtung des BAND-Schalter ist inktakt. Die Beleuchtung des FIX.CH-Schalters ist defekt. Die Beleuchtung beider Schalter wurde auf LED umgestellt.
Frontplatte und Knöpfe wurden gereinigt. Dazu wurden diese abgebaut und einzeln von Hand gereinigt.
Falsche Schrauben der Gehäusehälften wurden entfernt und durch annähernd gleich aussehende ersetzt. Die Gehäusehälften wurden gereinigt. Es wurde festgestellt, dass das Gerät nicht 100% gerade steht sondern wackelt. Der entsprechende Standfuß wurde angepasst, so dass das Gerät jetzt wieder sicher steht.
Der Ledertragegriff wurde repariert und mit farbhaltiger Lederpflege bearbeitet.
Im Sendebetrieb, der in FM erfolgte wurde festgestellt, dass das Gerät nicht zu 100% frequenzgenau ist. Hier ist eine Einstellung durch einen Fachbetrieb noch erforderlich.
Im Gerät ist zu erkennen, dass drei Quarze für den FIX.CH-Schalter eingebaut sind. Es sind 12 Quarzsteckplätze vorhanden, von denen die Plätze 3,4 und 9 belegt sind. Die Festfrequenzen lauten wie folgt:
Platz 1 (Kanal 1) Unbelegt
Platz 2 (Kanal 2) Unbelegt
Platz 3 (Kanal 3) 145.067,4 MHz
Platz 4 (Kanal 4) 145.102,9 MHz
Platz 5 (Kanal 5) Unbelegt
Platz 6 (Kanal 6) Unbelegt
Platz 7 (Kanal 7) Unbelegt
Platz 8 (Kanal 8) Unbelegt
Platz 9 (Kanal 9) 145.225,9 MHz
Platz 10 (Kanal 10) Unbelegt
Platz 11 (Kanal 11) Unbelegt
Platz 12 (Kanal 12) Unbelegt
Die Frequenzen wurden mit einem Kontrollempfänger ermittelt. Allerdings ist davon auszugehen, dass wie bereits erwähnt, ein kompletter Abgleich erforderlich ist.
Unterlagen sind wie folgt vorhanden:
- Operating Manual (englisch)
- Bedienungsanleitung in Deutsch (Übersetzung aus dem Englischen)
- Service Manual als pdf - Download hier
Unterlagen über die Beschaltung der Mikrofonbuchse waren nicht vorhanden, Die nachfolgende Grafik zeigt die Belegung von der Sichtseite gesehen, also nicht von der Geräteinnenseite. Die Grafik wurde selbst erstellt. Als Mikrofon habe ich ein STABO CB-Mikrofon von einer XM4012n verwendet. Da werden lediglich nur drei Pole benötigt. Beim Anschluss an der TS-700 ergab sich dann nachfolgende Grafik. Erstaunlich war, dass die Modulation mit diesem CB-Mikrofon absolut laut und kräftig war. Sollte ich kein passendes Mikrofon finden, so wäre dies eine Überlegung. Allerdings wäre die Station dann auch nicht auf dem Auslieferungszustand.

Update Ende September 2023
Die Beschaffung eines passenden Mikrofons hatte Erfolg. Während das gebrauchte Kenwood MC-50 Standmikrofon in den USA zu hohen Preisen angeboten wird, ist es in DL deutlich günstiger zu erhalten. Abgesehen davon spart man sich die hohen Transportkosten sowie die Einfuhrumsatzsteuer. Die Auswahl in Deutschland ist allerdings auch deutlich geringer und man darf sich glücklich schätzen, ein gutes Mikrofon zu erhalten. Das von mir erworbene gehörte einem starken Raucher und wird einige Zeit in Anspruch nehmen, um es zu reinigen, geruchserträglich und letztendlich auch anschlussfertig zu machen. Das im damaligen Lieferumfang enthaltene Kenwood MC-10 werde ich noch weiter suchen.
Den Lautsprecher SP-70 fand ich bei einem englischen Händler zu einem fairen Preis. Die Station wird kompletter und nun fehlt nur noch der VFO 700S. Auf dem nachfolgenden Bild sind kleine Fussel auf dem Lautsprechergitter zu sehen. Einfach ignorieren das sind noch Reste von der Reinigung. Das nächste Mal verwende ich ein fusselfreies Tuch.

Weitere Arbeiten:
- Abgleich durch einen Fachbetrieb
Update März 2025
Bei einem japanischen Händler fand ich das lang gesuchte Mikrofon MC-10. Eine Überholung des Mikrofons war nach dem Eingang erforderlich, doch nun funktioniert es einwandfrei am KENWOOD TS-700. Einziger Wermutstropfen ist der, dass dieses Mikrofon den Schriftzug TRIO trägt, die Marke die Kenwood übernommen hatte. Aber damit kann man leben und sollte mir doch irgendwann einmal ein MC-10 mit KENWOOD Logo über den Weg laufen, dann wird das meins.

Das Mikrofon noch im original Lieferzustand und nicht überholt. Selbst der Stecker passte nicht. Die Anpassung wurde im Mai 2025 vorgenommen und auch die Reinigung der Mikrofonkontakte. Der Anschluss wurde passend gemacht, so das der TRX nun auch mit dem Original Mikrofon zu betreiben ist.
Im Monat Mai ergatterte ich auch den seltenen VFO 700S in einem Konvolut mit anderen Amateurfunkartikeln. Fast ladenneu traf er bei mir ein. Lediglich das Verbindungskabel zwischen dem TRX und dem Zweit-VFO muss hergestellt werden, da es im Lieferumfang nicht enthalten war. Das dürfte noch spannend werden, da ich die erforderliche Steckernorm noch nicht ermitteln konnte und die damals verwendeten Stecker, mit Sicherheit heute nicht als Massenartikel erhältlich sind.
KENWOOD TS-700S Line.

Vorläufiges Ende des Berichtes Mai 2025